“Wir können auf die Einnahmen aus Busgeldern nicht verzichten”

17 November 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Solche und ähnliche Nachrichten findet man in der Presse. Auf eine Anfrage beim ADAC wurde uns folgende Antwort von der Rechtsabteilung übermittelt

“Die von Ihnen angesprochenen Probleme werden vom ADAC seit Jahren kritisiert. Insbesondere forden wir, dass die Verkehrsüberwachung der Verkehrssicherheit zu dienen hat und daher vornehmlich an Unfallschwerpunkten Geschwindigkeitsüberwachungen durchzuführen sind und nicht etwa dort, wo erfahrungsgemäß die meisten Verstöße begangen werden. In diversen Gesprächen mit den Vertretern des ADAC vor Ort und den jeweiligen Polizeibeamten wurde uns jedoch wiederholt versichert, dass eine an den Einnahmen orientierte Überwachung nicht erfolgt. Seien Sie bitte versichert, dass der ADAC dieses Problem auch weiterhin offensiv ansprechen wird.”

Also wer dem Staat bei seinen Finanzproblemen behilflich sein möchte, sollte sich als Raser betätigen!  Welch ein Zynismus und Mißbrauch unserer Gesetze. Melden Sie also dem ADAC jeden Fall, wo Abzocke nicht der Verkehrssicherheit dienlich ist.

Wird es nun wärmer oder wird es kälter

17 November 2011 von Helmut Pratzel 2 Kommentare »

Wer sich in diesem Durcheinander der Prognosen auskennen möchte, kann sich im Internet unter folgender Adresse schlau machen:

http://www.klimaskeptiker.info/index.php?seite=startseite.php

Es ist erstaunlich, wie weit zu diesem Thema Demagogie und Falschinformation auf unwissende Bürger einstürmen. Man findet weder bei der Presse noch beim Fernsehen wahrheitsgemäße Informationen zum Klimawandel.

Protest gegen Abzocke durch Klimalüge

27 September 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Nach den neuesten Informationen aus Brüssel sollen demnächst auch die Urlauber von den Luftfahrgesellschaften abgezockt werden, die Abgaben für den CO2-Ausstoß zahlen sollen. Es ist schon lange in der Wissenschaft bekannt, dass CO2 kein Treibhausgas ist, also mit einer Klimaveränderung in keinem Zusammenhang steht. Dennoch benutzt die Politik die Klimalüge und schürt weiter eine Klimahysterie, um unwissende Teile der Bürger abzuzocken. Die Bürger sollen zahlen, damit Steuermittel für unsinnige Interessen verschleudert werden können. Wir protestieren im Interesse der Senioren und Seniorinnen gegen diese Politik.

Mit einer Glosse soll hier der Unsinn zwischen dem CO2 und dem Klima ins Lächerliche gezogen werden. Wer sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, kann sich durch folgende links über die tatsächlichen Zusammenhänge informieren:

Nun zur Glosse

Klimawandel und Störche

Menschliche Fehleinschätzungen, dass etwas zusammengehört, was gleichzeitig abläuft, findet man in der Geschichte immer wieder. Im Mittelalter hat man ein schlechtes Klima auf das Wirken der Hexen geschoben und diese verbrannt. Dass der Geburtenrückgang mit dem Verschwinden der Störche im Zusammenhang steht, glaubt allerdings kaum noch ein sexuell aufgeklärter Mensch. Aber zurück zum Klimawandel. Hier bemüht sich unsere Politik weitgehend Aufklärung zu vermeiden. Es ist ja doch so kompliziert, dass sogar Physiker den Zusammenhang zu bestimmten Erscheinungen der Natur nicht zu verstehen scheinen.  Die Treibhausgase sollen den Klimawandel hervorrufen, weil die Erdwärme steigt und auch die Treibhausgase in der Atmosphäre zunehmen. Dabei kommt einem sofort der Zusammenhang mit den Störchen wieder in den Sinn. Wie war das, waren es erst die Störche und dann die Geburten oder umgekehrt? Die gleiche Frage stellt sich bei der Erderwärmung. Die Messdaten zeigen allerdings über viele Jahrhunderte, dass immer die Wärme die zuerst zunahm und dann  erst ist auch der Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre gestiegen.  Aber so genau wollen Politiker nicht in die Materie einsteigen. Das ist viel zu kompliziert. Man verlässt  sich mit dieser  Interpretation lieber auf einige bereitwillige Wissenschaftler, die mit Steuermitteln ausgestattet diesen Zusammenhang erforschen sollen und Milliarden von Geldern benötigen, um weltweite Konferenzen durchzuführen. Ein willkommener Anlass für innovative Entwicklungen, um mit dem CO2-Ausstoß Geld zu verdienen.

Woher kommt nun das viele Kohlendioxid in der Atmosphäre? Sind es die Menschen mit  dem Verbrennen und Raubbau bei den fossilen  Energieträgern? Ist es der Raubbau an der Natur, was  den Klimawandel mit der Erderwärmung antreibt?  Dann müsste aber  das Kohlendioxid zuerst ansteigen und dann eine nachhaltige Erderwärmung vorantreiben. Nun ist es aber umgekehrt!!  Große Mengen dieses Gases sind in den Weltmeeren gespeichert und wenn dieses Wasser wärmer wird, steigt das CO2 eben in die Atmosphäre.  So ist das mit den Zusammenhängen. Ursache und Wirkung sollte man nicht durcheinander bringen.

Der Klimawandel findet statt, wie es in der Erdgeschichte schon immer gewesen war, ohne dass die Menschheit dagegen etwas tun kann. Der Anstieg des Kohlendioxids ist eine natürliche Begleiterscheinung und hat mit der Erwärmung ursächlich nichts zu tun. Zahlreiche Wissenschaftler in der Welt haben sich gegen die CO2-Lobby vereint, sammeln Unterschriften und protestieren gegen die Verbreitung unsinniger Angstmache in der Öffentlichkeit. Wir sind uns alle einig, die Natur zu schützen und wertvolle Rohstoffe, die in Millionen vonJahren entstanden sind zu erhalten. Aber das ist ein anderes Thema. Dazu braucht es keine Klimahysterie mit der die Bürger getäuscht worden sind.

Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel

Bürgerbus hält bald auch in Törpin

29 Januar 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

“Der Bedarf an Nahverkehr wird durch den Bus unterstützt.”
Demminer Zeitung, Artikel von Jana Otto vom 29.01.2011

Das kleine Dorf Törpin ist einer von vier Orten in Mecklenburg-Vorpommern, die sich an dem Modellvorhaben “Neue Dorfmitte” beteiligen. Dieses Gemeinschaftsprojekt verschiedener Ministerien des Landes möchte beispielhaft die Nahversorgung im ländlichen Raum sicherstellen.
In Törpin geht es konkret um die Einrichtung eines sogenannten Bürgerbusses. “Er soll dafür sorgen, dass die Menschen im Dorf einen größeren Aktionsradius bekommen”, erläutert Helmut Pratzel, Vorsitzender des Vereins Törpiner Forum.
Grundgedanke des Vorhabens ist die Tatsache, dass im ländlichen Raum immer mehr Strukturen wegbrechen und die dort lebenden Menschen oftmals in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Der Bürgerbus soll dieser Entwicklung kompensierend entgegenwirken. “Vieles wäre wieder erreichbar”, ist sich Pratzel sicher. So könnte beispielsweise regelmäßig der Konsum in Sarow angefahren oder Gemeinschaftstouren zu verschiedenen Ärzten organisiert werden. Gleichzeitig könnten mit dem Bus die unterschiedlichsten Hol- und Bringedienste etabliert werden. Das Fahrzeug, das aus Fördermitteln dafür angeschafft wird, muss sich von den Betriebskosten her selbst tragen. “Das könnte über Spenden laufen”, findet Helmut Pratzel. Dem Nutzer stehe es also frei, etwas zu zahlen. Der Fahrer sollte ehrenamtlich tätig sein. “Es gibt ja sowieso schon Fahrgemeinschaften unter den Bürgern, warum nicht über einen Verein”, meint Helmut Pratzel. Er betont, dass sich dieses Projekt nicht zu einem Wirtschaftszweig entwickeln soll, und er sieht es auch nicht als Konkurrenz zum Öffentlichen Personennahverkehr. “Der Bedarf an Nahverkehr wird durch den Bürgerbus unterstützt”, meint der Vereinsvorsitzende.
Bis zum April dieses Jahres soll eine Kommission die Modellstandorte analysieren. Helmut Pratzel rechnet quasi täglich damit, dass die Verantwortlichen sich in Törpin und Umgebung umsehen. Von Mai bis Juli sollen die Standorte eingerichtet werden, gleichzeitig wird das Vorhaben dann in die Praxis umgesetzt, für anderthalb Jahre.
Wenn sich dieses Konzept behauptet und es von den Bürgern angenommen wird, könnten derartige Bürgerbusse bald im ganzen Land etabliert werden, ist sich Helmut Pratzel sicher.
Für ihn bedeutet dieses Projekt viel bürokratischen Aufwand. So müssen beispielsweise regelmäßig Zwischenberichte abgeliefert werden und letztlich soll Ende 2012 ein Abschlussbericht vorliegen. Nichtsdestotrotz ist Helmut Pratzel froh, dass so ein wichtiges Modellprojekt in dieser Region umgesetzt werden kann.

Weitere Modellprojekte:
Schlatkow (LK Ostvorpommern):
Einrichtung einer Versorgungsstelle im Gutshaus; bessere Koordinierung der mobilen Anbieter vor Ort

Altenpleen (LK Nordvorpommern):
Fachliche Beratung/Begleitung und Weiterentwicklung des wiederbelebten alten Konsums

Brunow (LK Ludwigslust):
Ausbau/Erweiterung einer vorhandenen Verkaufsstelle; Ergänzung um Dienstleistungen

Beteiligte Ministerien: Verkehrsministerium, Wirtschaftsministerium, Landwirtschaftsministerium, Innenministerium

Chat zum Seniorenmitwirkungsgesetz

10 November 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Chat mit Prof. Dr. Helmut Pratzel,  Vorsitzender des Seniorenbeirates im Landkreis Demmin, zum Thema

“Das Seniorenmitwirkungsgesetz – Fragen und Antworten”
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Chat-Besucherinnen und -besucher,
im Rahmen eines Internet-Live-Chats der Familienbotschaft-MV steht Herr Prof. Dr. Pratzel allen Interessierten am Mittwoch, dem 10.11.2010 in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhr für Fragen zur Verfügung.

siehe dazu: http://www.familienbotschaft-mv.de/fileadmin/Familienbotschaft/Chat/Chat-Doku_Pratzel.pdf

Tanzen und Singen mit Kindern

14 August 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Der Seniorenbeirat hat einen Zuschuss zu einem Projekt zur Förderung des niederdeutschen Brauchtums durch die Aktion Mensch erhalten. Mit der Durchführung wurde das Törpiner Forum e.V. beauftragt.

Schulkindern soll Freude an niederdeutschen Volksliedern und Volkstänzen vermittelt werden. Damit wird der Nachwuchs für das regionale Kulturgut begeistert. In den 1.-4. Klassen ist der tänzerische Bewegungsdrang geeignet in der Gruppe zu tanzen und dabei traditionelles Brauchtum kennen zu lernen. Über den Volkstanz ist auch die Volksmusik zu vermitteln. Dabei kann eine erzieherische Gruppendynamik entwickelt werden, die den Zugang über Spiel und Sport für gesellschaftsdienliche Verhaltensweisen öffnet. An dem Projekt beteiligen sich bisher die Schulen in Sarow und Schönfeld. Es können weitere Schulen in dieses Projekt einbezogen werden. Interessenten melden sich bitte unter info@toerpiner-forum.de.


NDR-Info berichtet über Senioren in Törpin

18 Mai 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Am 13.06.2010 berichtet der NDR-Info um 11:05 Uhr in einer längeren Sendung über das Törpiner Forum und die Alte Schule. Die Sendung kann auch über Internetstream empfangen werden.

NDR Info – Das Feature | 13.06.2010 11:05 Uhr

Der Luxus der Leere

Es wird leerer in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem junge Leute verlassen das Land, und das scheint zu bedeuten: kein Nachwuchs in Sicht. Die meisten gehen aus wirtschaftlichen Gründen. Doch es kommen auch Einwanderer. Die größte Gruppe unter ihnen gehört zur Generation “55 plus”. Rund 50.000 ältere Menschen zog es in den vergangenen 15 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten von ihnen sind zwischen 60 und 70 Jahre alt, haben ein Berufsleben hinter sich und verfügen über eine ordentliche Rente. Viele sind fit und aktiv – und das nicht nur bei der Wassergymnastik. Sie sind Motoren oder gar Gründer von Vereinen, gehen als Vorlesepaten in Kindergärten, sind “Wunschgroßeltern” oder wechseln auf ihre alten Tage den Beruf und werden in Mecklenburg das, was sie schon als Kind werden wollten. Die Zuwanderer genießen den Luxus der Leere, freuen sich über die Natur, über niedrige Haus- und Mietpreise und das Gefühl, hier gebraucht zu werden. Sie kommen aus dem Ruhrgebiet und aus München, aus Schleswig-Holstein und der Schweiz. Viele von ihnen haben Mecklenburg im Urlaub entdeckt, andere haben ihre Wurzeln hier und kehren zurück. Ihre zurückgelassenen Freunde und Familien sind oft entgeistert, doch die Spätumzügler machen Ernst. “Kinder”, sagen sie, “wir sind doch nicht in Sibirien, wir sind noch in Deutschland! Besucht uns doch mal!”

(Sonntag, 13. Juni, 11.05 – 12.00 Uhr, NDR Info)

In 40 Jahren über 60 Prozent Rentner

21 März 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Von Kirsten Gehrke, Nordkurier vom 20.02.2010

Demmin/Törpin. Soll der Seniorenbeirat in die Hauptsatzung des Kreises aufgenommen werden? Das soll jetzt geprüft werden. Einen entsprechenden Auftrag hat der Sozialausschuss des Kreistages am Dienstagabend der Verwaltung erteilt. Hintergrund ist das Seniorenmitwirkungsgesetz des Landes, das gegenwärtig diskutiert und voraussichtlich im Sommer verabschiedet wird. Wie Ausschussvorsitzende Friedegard Wachsmuth (Die Linke) sagte, habe der Landkreis Demmin einen Vorlauf, da sich der Törpiner Professor Helmut Pratzel intensiv mit dem demografischen Wandel beschäftigt hat. Deshalb hat der Sozialausschuss diesmal in den Räumen des Törpiner Forums, in der Alten Schule, getagt.

Helmut Pratzel, der neben seinem Vorsitz im Törpiner Forum auch Vorsitzender des Seniorenbeirates des Kreises ist, legte dar, welche Auswirkungen der demografische Wandel hat und wie wichtig es sei, dass die ältere Generation bei politischen Entscheidungen mitwirkt. Ziel sei es, so Wachsmuth, dem Beirat den kreislichen Segen zu erteilen, damit er auf der Ebene Kreistag hinein wirken könne. „Aber das ist alles Zukunftsmusik, alles im Konjunktiv zu denken“, stellte die Ausschussvorsitzende klar. Denn erst einmal müsse sich das Gremium mit dem Thema auseinandersetzen.

Auseinandergesetzt hat sich damit bereits der Törpiner Gastgeber. Er zeigte dem Ausschuss drei Probleme auf. Weltweit würden die Menschen immer älter, europaweit weniger Kinder geboren, und in der Region würden junge Menschen abwandern in wirtschaftlich begünstigte Gegenden. „Der Bevölkerungsrückgang führt zur Rückentwicklung ganzer Regionen.“ Die alternde Gesellschaft stehe vor einer besonderen Herausforderung. Älterwerden in heutiger Zeit sei völlig anders als Älterwerden in früheren Zeiten, so Pratzel. „Wer heute in Rente geht, hat noch mehr als ein Viertel seines Lebens vor sich. Wir können nicht hinterm Ofen sitzen und auf das Ende warten.“

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Landkreis Demmin war 2008 laut Pratzel 44,7 Jahre. Während innerhalb von 20 Jahren im Landkreis Demmin die Zahl der unter Zweijährigen um 46,5 Prozent zurückgehen werde, so nimmt der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten zu. Waren vor vier Jahren 21,6 Prozent Einwohner im Kreis über 65, werden es voraussichtlich 2050 etwa 62 Prozent sein. Am stärksten betroffen sei die Hansestadt Demmin. Da würden die Prognosen von künftig 72 Prozent Rentner ausgehen. Schon in fünf Jahren werde ein Drittel der Demminer älter als 65 Jahre sein, 2040 seien es fast die Hälfte. Immer mehr Frauen würden zudem kinderlos bleiben.

Wirtschaft und Politik müssten auf diesen demografischen Wandel reagieren. Denn 75-Jährige müssen nicht gleich pflegebedürftig sein. Dennoch könne es Einschränkungen geben, man sehe oder höre nicht mehr so gut, sei schlechter zu Fuß, oder die Gelenke funktionieren nicht mehr so. Da könne schon das Öffnen eines Marmeladenglases zum Problem werden oder den vakuumverpackten Käse aus der Folie zu holen. Auch Stolpersteine können zum Handicap werden. Deshalb stehe die Gesellschaft vor der Herausforderung, Barrieren auszuräumen und eine Umwelt zu schaffen, die zu Aktivitäten motiviert. Das müsse bei Planungen, Wohnungsbau, Verkehrssystemen berücksichtigt werden. Denn wichtig sei es, lange die Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern.

Dies zu erreichen, dabei kann der Seniorenbeirat mithelfen, wenn er bei Entscheidungen einbezogen werde. „Wir brauchen das Miteinander der Generationen“, sagte Pratzel. Zum einen würden die Erfahrungen der Älteren in Wirtschaft, Politik und Verwaltung gebraucht, zum anderen würden die Ideen der Jüngeren gebraucht, ihre Dynamik, ihr Schwung und ihr Drängen auf Veränderung. Zudem sei es wichtig, dass Ältere körperlich und geistig aktiv sind, die Kommunikation pflegen und nicht allein vor dem Fernseher sitzen. „Die Seniorenarbeit begann mit der Frage: Was kann die Gesellschaft für die Senioren tun? Heute müssen wir auch fragen: Was können die Senioren für die Gesellschaft tun?“ Pratzel nannte Beispiele wie „Großelterndienst“ oder Patenschaften mit Schulen.

Das Allerwichtigste in Zeiten des demografischen Wandels sei aber eine bestmögliche Bildung in den ersten Lebensjahren. „Geld muss in die Kitas fließen“, meinte Pratzel. Entscheidungen zur Familiengründung zu erleichtern und Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien politische Herausforderungen. Über Seniorenbeiräte soll unterdessen Älteren eine Rolle in einer zukunftsgerichteten Kommunalpolitik übertragen werden. Das geplante Seniorenmitwirkungsgesetz habe das Ziel, Senioren zu stärken und ihre aktive Beteiligung am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu fördern. Dem Sozialamt obliege die Geschäftsführung des Seniorenbeirates. Das sah Sozialamtsleiterin Doris Koß etwas anders. Ihre Behörde habe nicht nur mit alten Leuten zu tun. Ohne die Arbeit verschieben zu wollen, sehe sie die Demografie auch als Schulentwicklungsplanung, und es habe auch mit Regionalplanung zu tun. Deshalb sehe sie die Interessen eher beim Regionalen Planungsverband.

Roland Thoms (SPD) warnte indes vor einer Dominanz der Alten und einem Splitten der Generationen. Da könne man schnell in Konflikte kommen, wenn Stolpersteine beseitigt anstatt Mehrzweckhallen gebaut werden. Davor sollte man sich in Acht nehmen und diese Tendenz nicht stärken. Zudem sei es fatal, zu glauben, alles, was jünger sei, sei für die Gesellschaft stabilisierend, lobenswert. Diabetes und schwerste Depressionen würden bei jüngeren Leuten immer häufiger auftreten. „Was nutzen uns Typ-2-Diabetiker mit 17 Jahren und Leute, die mit Pharmatabletten stillgelegt werden?“, fragte Thoms.

Der Seniorenbeirat sei nicht nur für die Älteren von heute da, widersprach Pratzel. Sondern setze sich dafür ein, dass die Jugend so heranwächst, dass „sie für die Gesellschaft als sinnvolle Bürger dastehen“.

“Professor” bringt Schwung ins Dorf

13 Dezember 2009 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

19. November 2009 | 00:05 Uhr | von Ralph Sommer, ddp

Seit Helmut Pratzel in Törpin wohnt, blüht der Ort auf.zvs

TÖRPIN – Im Dorf Törpin bei Demmin leben heute nur noch etwa 100 Einwohner. Vor ein paar Jahrzehnten waren es einmal mehr als 500. Da habe es hier noch zwei Friseure, zwei Metzger, einen Schmied und zwei Bäcker gegeben, erinnert sich der Tischlermeister Günter Wiesener. Der 77-Jährige ist inzwischen der letzte Handwerker im Ort. Ihm fehle das Pausengeschrei der Kinder, die einst nebenan in die Schule gingen, sagt Wiesener, der in Törpin geboren wurde. Dass in der lange Zeit leerstehenden Schule überhaupt wieder Leben einzog, sei “dem Professor” vom Seniorenbeirat zu verdanken – gemeint ist damit Helmut Pratzel, der für seine Verdienste für den Deutschen Engagementpreis nominiert wurde.

Das Haus von Pratzel steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, gut 100 Meter entfernt. Bis 1971 war es mal der Gasthof “Augustin”. Vor neun Jahren erwarb Pratzel als pensionierte Mediziner das heruntergekommene Anwesen, baute es zum Wohnhaus um. Der angrenzende Saal wurde wieder ein Veranstaltungsraum. Pratzel gründete den Verein Törpiner Forum, ersteigerte bei der Universität Greifswald 50 Aula-Stühle und lud seine neuen Nachbarn ein. Inzwischen trifft man sich regelmäßig. Montags kommt der Singekreis, freitags wird getanzt. Pratzel organisiert Vorträge, Kinderveranstaltungen und Weihnachtsfeiern.

“Ich wollte das alte Zusammengehörigkeitsgefühl wieder erwecken”, sagt der 74-jährige Pratzel, der 1961 nach Repressionen nach Westberlin geflohen war, in München promovierte und gleich nach der Wende wieder in den Osten zurückkehrte, um zu helfen. Pratzel kaufte für 6000 Euro die alte Schule. Mit Fördergeldern und der Hilfe von Ein-Euro-Kräften wurden die vom Hausschwamm befallenen Klassenzimmer wieder instand gesetzt. Es entstand ein dörfliches Kommunikationszentrum mit einer Bibliothek, Internetraum, einer Küche und einer Wohnung, deren Mieteinnahmen der rührige Pensionär wieder in den Betrieb investiert. Pratzel organisierte Computerkurse, Spielenachmittage und Seniorentreffs.

Ständig hat er neue Ideen. Im Internet sammelte Pratzel alte Heimatlieder und machte daraus ein Liederbuch für den Törpiner Singekreis. In der Schule richtete er ein kleines Bürgerbüro ein, in dem kostenlose Gesundheitschecks zu bekommen sind, Kopier- und Faxaufträge übernommen werden und auch mal Briefmarken gekauft werden können. Mit Jugendlichen entrümpelte er den alten Dorfteich, baute einen Badesteg und organisierte Frühlingsfeste. Und er nutzte seine Kontakte zu Wissenschaftlern, die er zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Vorträgen nach Törpin einlud.

Inzwischen engagieren sich nicht nur die Törpiner, sondern auch Bewohner der Nachbardörfer als freiwillige Helfer im Forum. Die ganze Region, vor allem aber die ältere Generation, profitiere von dem ehrenamtlichen Engagement des 74-Jährigen, sagt die Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Mecklenburg-Vorpommern, Brigitte Paetow. Pratzel, der inzwischen ein Privatvermögen von etwa 150 000 Euro in die gemeinnützigen Projekte investierte, will nun auch Seniorenbeiräte in Städten wie Altentreptow, Demmin und Malchin gründen und ein Netzwerk zur Bewältigung des demografischen Wandels schaffen.

Der demographische Wandel – eine Herausforderung für die Kommunen und jeden Einzelnen

23 Juli 2009 von Sebastian John Keine Kommentare »

Vortrag am 22.07.2009 um 18 Uhr Fritz Reuter-Haus Altentreptow von Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel, Vorsitzender des Seniorenbeirat Landkreis Demmin e.V.

Immer mehr Menschen erreichen ein immer höheres Alter. Immer weniger Kinder werden geboren. Junge Menschen wandern in wirtschaftlich begünstigte Gegenden.

Der Bevölkerungsrückgang ist ein europäisches Problem, jedoch sind Mecklenburg-Vorpommern und besonders der Landkreis Demmin davon am stärksten betroffen. M-V wird im Jahr 2020 5,8% weniger Einwohner haben, Demmin 5,9%. Der Anteil der 80jährigen steigt in MV bis 2025 auf etwa das Doppelte und die Zahl der 2jährigen geht in dieser Zeit in MV um 31,4% und in Demmin um 46,5% zurück. Wenn im Amtsbereich Altentreptow 2006 der Anteil der 65jährigen noch 20 % beträgt, so wird er 2015 auf 26,7%, 2040 auf 36% und 2050 auf 57,4% steigen.

Wer heute in Rente geht, hat noch mehr als ein Viertel seines Lebens vor sich! Wir können nicht hinter dem Ofen sitzen und auf das Ende warten! Wir müssen unsere Lebensläufe anders konzipieren, sie an die viel längere Lebenserwartung anpassen. Es kommt nicht nur darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden und es gilt nicht nur dem Leben Jahre zu geben, sondern den Jahren Leben zu geben. Der 50jährige kann heute gleichzeitig 5 familiäre Rollen haben: Mann seiner Frau, Vater seines 25jährigen Sohnes, Großvater seines 2jährigen Enkels, Sohn seiner 75jährigen Mutter und Enkel seiner 95jährigen Großmutter. Aber die Alten leben immer häufiger in 1-Personenhaushalten und sind in vielen Fällen auf fremde Hilfe angewiesen.

Ein 75jähriger ist noch nicht pflegebedürftig, aber gewisse Einschränkungen in der Mobilität, der Feinmotorik, der Sensorik, der Sensibilität und der Kraft und Ausdauer belasten den täglichen Lebensablauf.

Um die Hinfälligkeit oder gar Pflegebedürftigkeit dieser Menschen zu vermeiden brauchen wir eine präventive Umweltgestaltung, um Barrieren zu erkennen und eine Umwelt zu schaffen, die zu Aktivitäten motiviert. Wir brauchen die Älteren in der Wirtschaft, in der Politik und in der Verwaltung. Damit die älter werdende Gesellschaft nicht zu einem Problem wird, muss sich jeder Einzelne und die Kommune rechtzeitig auf die künftigen Herausforderungen einstellen. Es geht nicht nur um die Frage, was kann die Gesellschaft für die Senioren tun, sondern auch um die Frage, was können die Senioren für die Gesellschaft tun; und sie tun schon sehr viel. Viele Beispiele werden zum ehrenamtlichen Engagement erläutert.

Dennoch gibt es viele politische Herausforderungen, die auch in den Beschlüssen des 6. Altenparlaments M-V in Schwerin am 25. Juni 2009 thematisiert wurden:

  • Auf ein realistisches Altersbild hinwirken, die Potenziale und Fähigkeiten deutlich machen
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Stärkung politischer Mitgestaltungs-, Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten
  • Sicherung der gesundheitlichen Versorgung
  • Ausbau von Prävention und Rehabilitation
  • Qualifizierung der Pflege
  • Vernetzung der pflegerischen Dienste
  • Lehrstühle für Geriatrie schaffen
  • Ausbildung aller medizinischen Berufe in Gerontologie/Geriatrie
  • Ausbau der Palliativmedizin
  • Förderung der Arbeit der Hospizbewegung
  • Der Altersarmut entgegen wirken
  • Gesundheitsbildung im Hinblick auf einen Lebensstil, der eine lange Gesundheit im Alter erlaubt.

So sollte sich jede Kommune die Frage stellen: Ist sie familienfreundlich, ist sie seniorengerecht?

Seniorenbeiräte sollten in allen Kommunen gegründet werden, um die Interessen und Wünsche für die Gestaltung einer altengerechten Zukunft zu bündeln. Sie sollten als beratende Organe für politische Fragen die richtigen Ansprechpartner sein.

Machen wir die gewonnenen Jahre zu erfüllten Jahren! Ein gesundes und kompetentes Altwerden ist in unserer langlebigen Zeit geradezu Verpflichtung,

  • für jeden Einzelnen, selbst etwas zu tun, für sich und andere und
  • für die Gesellschaft, die entsprechenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten dazu zu schaffen.

Anmerkung: Der Vortrag wird am 03.09.2009 um 19 Uhr im Demminer Rathaus wiederholt.