Bürgerbus Demminer Land

1 Januar 2014 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Erhebungsbogen-9-S1

Erhebungsbogen-9-S2

Erhebungsbogen-9-S3

Erhebungsbogen-9-S4

Kurze Beschreibung der aktuellen Situation im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Im Umland der im Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gelegenen Hansestadt Demmin (11.500 Einwohner) besteht ein erhebliches Mobilitätsdefizit. Die meisten Dörfer und Splittersiedlungen werden vom öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) außerhalb des Schülerbusverkehrs nicht angefahren. Somit ist der Großteil der Landbevölkerung, der über kein eigenes Fortbewegungsmittel verfügt, von der Hansestadt und den umliegenden Zentren abgeschnitten. Einkaufsmöglichkeiten gibt es neben den Städten Demmin, Loitz, Stavenhagen, Malchin und Altentreptow noch in einigen wenigen Dörfern, die jedoch nahverkehrsmäßig nur unzureichend mit den umliegenden Siedlungen vernetzt sind. Gleiches gilt für den Zugang zum schienengebundenen Personennahverkehr – das Angebot der Bahnen kann nicht genutzt werden, weil der Transfer vom Wohnort zu den Bahnhöfen nicht dargestellt ist. Obgleich etwa 50% der Haushalte über einen Pkw verfügen, steht dieser als Transportmittel für immobile Familienmitglieder an Werktagen nicht zur Verfügung, da er für die Fahrt zum Arbeitsplatz benötigt wird. Die Grundversorgung vieler Einwohner alleine mit Lebensmitteln kann derzeit in der Fläche nur durch fahrende Händler abgedeckt werden. Die zuvor geschilderten Unzulänglichkeiten verschärfen sich zudem während der Schulferien, weil dann der ÖPNV nur eingeschränkt tätig ist und deshalb auch Berufstätige und Lehrlinge ihre Arbeitsstelle nicht mehr wie gewohnt erreichen können.

Auswirkungen

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Basisversorgung und gesellschaftliche Teilhabe vieler der etwa 7800 Einwohner des Umlandes der Hansestadt Demmin quer durch alle Alters- und Interessengruppen wegen unzureichender Verkehrsverbindungen erheblich beeinträchtigt sind. Neben dem durch die Betroffenen zu ertragenden Verlust an Lebensqualität wird das Land als Lebensraum an Attraktivität verlieren und droht – wegen des damit einhergehenden Besiedlungsrückganges – einer zivilisatorischen Verödung anheimzufallen. Da das Demminer Land bezüglich seiner strukturellen Probleme für Mecklenburg-Vorpommern repräsentativ ist, wäre das Tolerieren einer solchen Entwicklung nicht nur für diese Region fatal. Denn auch die greifbare Chance, den „großstadtmüden“ Menschen der bundesdeutschen Ballungsgebiete in unserem Land eine Heimstatt zum geruhsamen Altwerden in verlässlicher Geborgenheit zu bieten, würde vertan. Samt der damit verbundenen Synergien, welche sich für nahezu alle Institutionen und Dienstleister für einen zufriedenen und gesunden Lebensabend eröffnen.

Lösungsansatz

Die Hansestadt Demmin und der sie umgebende ländliche Raum sind von der Strategiegruppe III „Gesundes Altern“ des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern (http://www.kuratorium-gesundheitswirtschaft-mv.de) als Modellregion ausgewählt worden. Die Strategiegruppe hat sich die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für MV, das „Lebensmodell Ländlicher Raum – Gesund altern im Land der Generationen“, zum Ziel gesetzt und eine Potenzialanalyse „Wirtschaftsfaktor Gesundes Alter(n)“ initiiert. Dabei liegt u.a. die Mobilität der lebensälteren Bevölkerung im Focus der Betrachtung – als Merkmal des Wirtschaftsfaktors wie auch als Teil der Daseinsfürsorge. An Letztere knüpft die Projektskizze „Bürgerbus Demminer Land“ des Törpiner Forums e.V. an, welche die Mobilität der Bevölkerung im Sinne eines „erweiterten“ Personennahverkehrs neben den kommunalen und gewerblichen Trägern auf eine weitere Säule, nämlich das „bürgerschaftliche Engagement“, stellen will. Kern des Projektes ist die Idee, den ÖPNV auf den bestehenden großen Linien durch den koordinierten Einsatz von Kleinbussen und Mitfahrgelegenheiten zu ergänzen und so Städte, Zentren und Dörfer miteinander und untereinander besser zu verbinden. Durch eine flächendeckende, alle Haushalte erfassende Erhebung soll zunächst der Personentransportbedarf von den Dörfern der Modellregion „Demminer Land“ in die Städte und umgekehrt ermittelt werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen bereits geeignet sein, Möglichkeiten zur Vernetzung mit dem ÖPNV sowie zum koordinierten Anbieten von Mitfahrgelegenheiten zu bewerten. Zudem wird auch die grundsätzliche Bereitschaft der Bürger zur aktiven Beteiligung am Projekt erfragt werden. Auf der Grundlage des Ergebnisses der Erhebung soll durch Votum der Bürgermeister des Amtsbereiches Demmin-Land die Entscheidung über eine Prüfung der Realisierbarkeit des Projekts, begleitet durch die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock, die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft sowie den regionalen Kreisseniorenbeirat, getroffen werden. Politisch unterstützt würde das Projekt durch die Mandatsträger der Umlandgemeinden, organisatorisch getragen werden soll es – im Falle einer positiven Entscheidung der beteiligten Kommunen zur Realisierung – durch einen gemeinnützigen Verein, dessen Organisationsform noch fest zu legen sein wird. Vorauseilend wird bereits geprüft, ob dies der bereits bestehende „Regionale Förderverein Demmin-Land e.V.“ – erff. nach organisatorischer und struktureller Anpassung – übernehmen kann. Dieser Verein wird durch die Mitgliedschaft von Gemeinden im Amtsbereich getragen und wäre grundsätzlich in der Lage, das notwendige Potential aufzubauen, ein solches Projekt zu führen und auch die Fahrdienstleitung zu übernehmen. Mit Ausnahme des in der Geschäftsführung des Trägervereins eingesetzten Personals sollen ausschließlich Bundesfreiwillige und bürgerschaftlich engagierte Ehrenamtliche eingesetzt werden. Neben der Finanzierung der Kleinbusse, der Informationstechnologie und der Kommunikationsmittel (diese Finanzierung wird gesondert unter Einbeziehung der Fördermittel vergebenden Stellen des Landes und des Bundes, des regionalen ÖPNV und der beteiligten Kommunen zu betrachten sein) wird die Gewinnung und Qualifizierung geeigneter Kraftfahrer für die Bürgerbusse die größte Herausforderungen sein. Priorisiert wird ein Modell, in welchem die Fahrer der Kleinbusse über den Bundesfreiwilligendienst gewonnen werden können (welche in den Kommunen der Modellregionen außerhalb des zeitlich limitierten Kraftfahrereinsatzes auch weitere soziale Dienste entsprechend der rechtlichen Vorgaben und der Satzung des Trägervereines erledigen könnten). Zudem muss gelten: Das Tätigkeitsfeld „Bürgerbus Demminer Land“ darf weder zu einer Konkurrenz etablierter Dienstleister werden, noch soll das Projekt im laufenden Betrieb auf öffentliche Zuschüsse angewiesen sein – es muss sich durch eingenommene Leistungsentgelte und ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement selbst tragen. Notwendige Anschubfinanzierungen müssen für die Mittelgeber risikominimiert ausgestaltet werden. Unter Beachtung dieser Leitsätze ist die Ausdehnung des Projekts auf weitere Felder der Daseinsfürsorge wie z.B. Hilfe bei der Haushalts- und Lebensführung älterer oder behinderter Menschen anzustreben. Durch satzungsbestimmte Selbstverpflichtung soll der Trägerverein kontinuierlich zu prüfen haben, in wie weit dessen gemeinwohldienlichen Angebote mit den Aktivitäten von Wohlfahrtsverbänden und regionalen gewerblichen Anbietern im Sinne eines gegenseitigen Zugewinnes an Leistung, Effizienz und Ökonomie miteinander verwoben bzw. koordiniert werden können. Ein Beitritt der Hansestadt Demmin zum Projekt wäre vor dem Hintergrund der vorgenannten Zielsetzungen obligatorisch. Darauf zielende Gespräche werden angestrebt,wenn eine positive Realisierungsentscheidung zum Projekt getroffen wurde.

Ansprechpartner

Amt Demmin Land, Goethestr. 43, 17109 Demmin, Amtsvorsteher Herr Edgar Kliewe (c.kliewe@t-online.de), Tel. 03998 28060

Törpiner Forum e.V., Törpin 13, 17111 Sarow, Vorstand Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel, Tel 039996 79079, pratzel@toerpiner-forum.de

Bürgerbus-Projekt: Bürgermeister feilt an Fragebogen

Georg Wagner, Demmin · 23.12.2013

Im Zusammenhang mit dem Bürgerbus-Projekt im Amtsbereich Demmin-Land sollen laut Hans Schommer auch andere Akteure wie beispielsweise Taxi-Unternehmen einbezogen werden. Davor aber steht die Frage, ob es sich überhaupt verwirklichen lässt.
Wenn die Menschen im Demminer Land entspannt die Feiertage ausklingen lassen, wird Hohenbollentins Bürgermeister Hans Schommer zwischendurch wohl auch am Computer sitzen. Denn er ist derzeit dabei, den Fragebogen weiter zu optimieren, mit dem der Bedarf nach einer Verbesserung der Mobilität auf dem Lande ermittelt werden soll, zum Beispiel mittels eines sogenannten Bürgerbusses (der Nordkurier berichtete).

Einen ersten Entwurf hatte schon die Universität Rostock entwickelt. Dieser sei aber noch zu akademisch ausgefallen. Es gehe darum, den Fragebogen so zu gestalten, dass er nicht nur für eine bestimmte Zielgruppe passt, sondern für alle Betroffenen, nennt Schommer sein Anliegen. „Es geht darum, eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen“, sagt er nun über das Projekt im Amtsbereich Demmin-Land. Dazu müssten die Fragebögen einerseits möglichst einfach und plakativ sein, andererseits müsse man möglichst viel an Informationen herausziehen können und brauche einen so hohen und breit gestreuten Rücklauf, dass die Zahl als repräsentativ betrachtet werden kann.

Die Fragebögen sollen dann an der Universität Rostock ausgewertet werden, wo derzeit am Lehrstuhl von Professor Henning Bombeck ein Programm dafür entwickelt wird. Die Befragung und Auswertung erfolgen anonymisiert. Auf dem Fragebogen werde kein Name außer dem Wohnort stehen, sagt Hans Schommer.

Allerdings gibt es in der Region auch Vorbehalte gegenüber dem ganzen Projekt. Insbesondere Taxi-Unternehmer fürchten eine unlautere Konkurrenz durch einen Bürgerbus. Bedenken, die Hans Schommer zerstreuen will. Im Projekt stehe ausdrücklich die Selbstverpflichtung, zu niemandem in Konkurrenz zu treten. Das Ziel sei vielmehr die Verbesserung der Mobilität durch die Einbindung aller Akteure. „Da gehört auch der Kollege Taxifahrer dazu.“

Liegt die Auswertung der Fragebögen erst einmal vor, dann soll auf dieser Grundlage ermittelt werden, ob das Projekt überhaupt zu realisieren ist.

Nahverkehr

Braucht die Demminer Region den Bürgerbus?

Kirsten Gehrke, Demmin · 17.12.2013

Die große Koalition in Berlin will alternative Verkehrsformen unterstützen, dem Törpiner Forum kann das nur recht sein. Es ist bereits einen Schritt weiter und will Demmin-Land zur Modellregion entwickeln. Falls die Bürger mitziehen.

Das Törpiner Forum will jetzt bei dem Projekt eines Bürgerbusses für den Amtsbereich Demmin-Land einschließlich Wotenicks Nägel mit Köpfen machen. Voraussichtlich Mitte bis Ende Januar werden an die 3820 Haushalte Fragebögen verschickt, mit denen der Bedarf nach dieser, den Öffentlichen Personennahverkehr ergänzenden Einrichtung ermittelt werden soll.

Beantworten können die Bürger Fragen wie die zur Zahl der privaten Kraftfahrzeuge in den Haushalten, Hauptzielen in der näheren Umgebung oder in Demmin, Hauptfahrzeiten, zur Zahl der interessierten Personen und Ähnliches.

Den Bürgern entstehen dadurch keine Kosten, sagte Hohenbollentins Bürgermeister Hans Schommer am Montagabend im Amtsausschuss Demmin-Land. Schommer, der Mitglied im Törpiner Forum ist, stellte dort das Projekt vor und warb zugleich um die Unterstützung bei den Bürgermeistern der amts-angehörigen Gemeinden. Er hofft bei der Befragung auf einen möglichst großen Rücklauf, damit eine breite Planungsgrundlage zur Verfügung steht.

Mit dem Bürgerbus, den es in der Gemeinde Sarow bereits im Rahmen eines Pilotprojektes gibt, reagieren die Initiatoren auf die demografische Entwicklung, insbesondere die zunehmende Ausdünnung des Nahverkehrs auf dem Lande.

Viele Dörfer und Splittersiedlungen würden außerhalb des Schulbusverkehrs nicht mehr angefahren, heißt es in der Begründung. Die Folge: Menschen ohne eigenes Auto kommen nur schwer zum Einkaufen oder zum Arzt, Ältere ziehen um in die Stadt, Dörfer könnten zunehmend veröden. Neben dem Verlust an Lebensqualität für die Einwohner könnten die Dörfer aber auch an Attraktivität für jene Menschen verlieren, die im Alter gern aus Ballungsgebieten aufs Land ziehen würden. Und je mehr Menschen das flache Land verliert, desto schwieriger wird es für Nahverkehrsunternehmen, dort ein ausreichendes Verkehrsangebot aufrecht zu erhalten.

„Wenn sich indes zeigen sollte, dass die Leute kein Interesse haben“, sagte Bürgermeister Schommer zu dem Projekt, „ist es vom Tisch.“

„Wir können auf die Einnahmen aus Busgeldern nicht verzichten“

17 November 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Solche und ähnliche Nachrichten findet man in der Presse. Auf eine Anfrage beim ADAC wurde uns folgende Antwort von der Rechtsabteilung übermittelt

„Die von Ihnen angesprochenen Probleme werden vom ADAC seit Jahren kritisiert. Insbesondere forden wir, dass die Verkehrsüberwachung der Verkehrssicherheit zu dienen hat und daher vornehmlich an Unfallschwerpunkten Geschwindigkeitsüberwachungen durchzuführen sind und nicht etwa dort, wo erfahrungsgemäß die meisten Verstöße begangen werden. In diversen Gesprächen mit den Vertretern des ADAC vor Ort und den jeweiligen Polizeibeamten wurde uns jedoch wiederholt versichert, dass eine an den Einnahmen orientierte Überwachung nicht erfolgt. Seien Sie bitte versichert, dass der ADAC dieses Problem auch weiterhin offensiv ansprechen wird.“

Also wer dem Staat bei seinen Finanzproblemen behilflich sein möchte, sollte sich als Raser betätigen!  Welch ein Zynismus und Mißbrauch unserer Gesetze. Melden Sie also dem ADAC jeden Fall, wo Abzocke nicht der Verkehrssicherheit dienlich ist.

Wird es nun wärmer oder wird es kälter

17 November 2011 von Helmut Pratzel 2 Kommentare »

Wer sich in diesem Durcheinander der Prognosen auskennen möchte, kann sich im Internet unter folgender Adresse schlau machen:

http://www.klimaskeptiker.info/index.php?seite=startseite.php

Es ist erstaunlich, wie weit zu diesem Thema Demagogie und Falschinformation auf unwissende Bürger einstürmen. Man findet weder bei der Presse noch beim Fernsehen wahrheitsgemäße Informationen zum Klimawandel.

Protest gegen Abzocke durch Klimalüge

27 September 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Nach den neuesten Informationen aus Brüssel sollen demnächst auch die Urlauber von den Luftfahrgesellschaften abgezockt werden, die Abgaben für den CO2-Ausstoß zahlen sollen. Es ist schon lange in der Wissenschaft bekannt, dass CO2 kein Treibhausgas ist, also mit einer Klimaveränderung in keinem Zusammenhang steht. Dennoch benutzt die Politik die Klimalüge und schürt weiter eine Klimahysterie, um unwissende Teile der Bürger abzuzocken. Die Bürger sollen zahlen, damit Steuermittel für unsinnige Interessen verschleudert werden können. Wir protestieren im Interesse der Senioren und Seniorinnen gegen diese Politik.

Mit einer Glosse soll hier der Unsinn zwischen dem CO2 und dem Klima ins Lächerliche gezogen werden. Wer sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, kann sich durch folgende links über die tatsächlichen Zusammenhänge informieren:

Nun zur Glosse

Klimawandel und Störche

Menschliche Fehleinschätzungen, dass etwas zusammengehört, was gleichzeitig abläuft, findet man in der Geschichte immer wieder. Im Mittelalter hat man ein schlechtes Klima auf das Wirken der Hexen geschoben und diese verbrannt. Dass der Geburtenrückgang mit dem Verschwinden der Störche im Zusammenhang steht, glaubt allerdings kaum noch ein sexuell aufgeklärter Mensch. Aber zurück zum Klimawandel. Hier bemüht sich unsere Politik weitgehend Aufklärung zu vermeiden. Es ist ja doch so kompliziert, dass sogar Physiker den Zusammenhang zu bestimmten Erscheinungen der Natur nicht zu verstehen scheinen.  Die Treibhausgase sollen den Klimawandel hervorrufen, weil die Erdwärme steigt und auch die Treibhausgase in der Atmosphäre zunehmen. Dabei kommt einem sofort der Zusammenhang mit den Störchen wieder in den Sinn. Wie war das, waren es erst die Störche und dann die Geburten oder umgekehrt? Die gleiche Frage stellt sich bei der Erderwärmung. Die Messdaten zeigen allerdings über viele Jahrhunderte, dass immer die Wärme die zuerst zunahm und dann  erst ist auch der Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre gestiegen.  Aber so genau wollen Politiker nicht in die Materie einsteigen. Das ist viel zu kompliziert. Man verlässt  sich mit dieser  Interpretation lieber auf einige bereitwillige Wissenschaftler, die mit Steuermitteln ausgestattet diesen Zusammenhang erforschen sollen und Milliarden von Geldern benötigen, um weltweite Konferenzen durchzuführen. Ein willkommener Anlass für innovative Entwicklungen, um mit dem CO2-Ausstoß Geld zu verdienen.

Woher kommt nun das viele Kohlendioxid in der Atmosphäre? Sind es die Menschen mit  dem Verbrennen und Raubbau bei den fossilen  Energieträgern? Ist es der Raubbau an der Natur, was  den Klimawandel mit der Erderwärmung antreibt?  Dann müsste aber  das Kohlendioxid zuerst ansteigen und dann eine nachhaltige Erderwärmung vorantreiben. Nun ist es aber umgekehrt!!  Große Mengen dieses Gases sind in den Weltmeeren gespeichert und wenn dieses Wasser wärmer wird, steigt das CO2 eben in die Atmosphäre.  So ist das mit den Zusammenhängen. Ursache und Wirkung sollte man nicht durcheinander bringen.

Der Klimawandel findet statt, wie es in der Erdgeschichte schon immer gewesen war, ohne dass die Menschheit dagegen etwas tun kann. Der Anstieg des Kohlendioxids ist eine natürliche Begleiterscheinung und hat mit der Erwärmung ursächlich nichts zu tun. Zahlreiche Wissenschaftler in der Welt haben sich gegen die CO2-Lobby vereint, sammeln Unterschriften und protestieren gegen die Verbreitung unsinniger Angstmache in der Öffentlichkeit. Wir sind uns alle einig, die Natur zu schützen und wertvolle Rohstoffe, die in Millionen vonJahren entstanden sind zu erhalten. Aber das ist ein anderes Thema. Dazu braucht es keine Klimahysterie mit der die Bürger getäuscht worden sind.

Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel

Bürgerbus hält bald auch in Törpin

29 Januar 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

„Der Bedarf an Nahverkehr wird durch den Bus unterstützt.“
Demminer Zeitung, Artikel von Jana Otto vom 29.01.2011

Das kleine Dorf Törpin ist einer von vier Orten in Mecklenburg-Vorpommern, die sich an dem Modellvorhaben „Neue Dorfmitte“ beteiligen. Dieses Gemeinschaftsprojekt verschiedener Ministerien des Landes möchte beispielhaft die Nahversorgung im ländlichen Raum sicherstellen.
In Törpin geht es konkret um die Einrichtung eines sogenannten Bürgerbusses. „Er soll dafür sorgen, dass die Menschen im Dorf einen größeren Aktionsradius bekommen“, erläutert Helmut Pratzel, Vorsitzender des Vereins Törpiner Forum.
Grundgedanke des Vorhabens ist die Tatsache, dass im ländlichen Raum immer mehr Strukturen wegbrechen und die dort lebenden Menschen oftmals in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Der Bürgerbus soll dieser Entwicklung kompensierend entgegenwirken. „Vieles wäre wieder erreichbar“, ist sich Pratzel sicher. So könnte beispielsweise regelmäßig der Konsum in Sarow angefahren oder Gemeinschaftstouren zu verschiedenen Ärzten organisiert werden. Gleichzeitig könnten mit dem Bus die unterschiedlichsten Hol- und Bringedienste etabliert werden. Das Fahrzeug, das aus Fördermitteln dafür angeschafft wird, muss sich von den Betriebskosten her selbst tragen. „Das könnte über Spenden laufen“, findet Helmut Pratzel. Dem Nutzer stehe es also frei, etwas zu zahlen. Der Fahrer sollte ehrenamtlich tätig sein. „Es gibt ja sowieso schon Fahrgemeinschaften unter den Bürgern, warum nicht über einen Verein“, meint Helmut Pratzel. Er betont, dass sich dieses Projekt nicht zu einem Wirtschaftszweig entwickeln soll, und er sieht es auch nicht als Konkurrenz zum Öffentlichen Personennahverkehr. „Der Bedarf an Nahverkehr wird durch den Bürgerbus unterstützt“, meint der Vereinsvorsitzende.
Bis zum April dieses Jahres soll eine Kommission die Modellstandorte analysieren. Helmut Pratzel rechnet quasi täglich damit, dass die Verantwortlichen sich in Törpin und Umgebung umsehen. Von Mai bis Juli sollen die Standorte eingerichtet werden, gleichzeitig wird das Vorhaben dann in die Praxis umgesetzt, für anderthalb Jahre.
Wenn sich dieses Konzept behauptet und es von den Bürgern angenommen wird, könnten derartige Bürgerbusse bald im ganzen Land etabliert werden, ist sich Helmut Pratzel sicher.
Für ihn bedeutet dieses Projekt viel bürokratischen Aufwand. So müssen beispielsweise regelmäßig Zwischenberichte abgeliefert werden und letztlich soll Ende 2012 ein Abschlussbericht vorliegen. Nichtsdestotrotz ist Helmut Pratzel froh, dass so ein wichtiges Modellprojekt in dieser Region umgesetzt werden kann.

Weitere Modellprojekte:
Schlatkow (LK Ostvorpommern):
Einrichtung einer Versorgungsstelle im Gutshaus; bessere Koordinierung der mobilen Anbieter vor Ort

Altenpleen (LK Nordvorpommern):
Fachliche Beratung/Begleitung und Weiterentwicklung des wiederbelebten alten Konsums

Brunow (LK Ludwigslust):
Ausbau/Erweiterung einer vorhandenen Verkaufsstelle; Ergänzung um Dienstleistungen

Beteiligte Ministerien: Verkehrsministerium, Wirtschaftsministerium, Landwirtschaftsministerium, Innenministerium

Chat zum Seniorenmitwirkungsgesetz

10 November 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Chat mit Prof. Dr. Helmut Pratzel,  Vorsitzender des Seniorenbeirates im Landkreis Demmin, zum Thema

„Das Seniorenmitwirkungsgesetz – Fragen und Antworten“
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Chat-Besucherinnen und -besucher,
im Rahmen eines Internet-Live-Chats der Familienbotschaft-MV steht Herr Prof. Dr. Pratzel allen Interessierten am Mittwoch, dem 10.11.2010 in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhr für Fragen zur Verfügung.

siehe dazu: http://www.familienbotschaft-mv.de/fileadmin/Familienbotschaft/Chat/Chat-Doku_Pratzel.pdf

Tanzen und Singen mit Kindern

14 August 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Der Seniorenbeirat hat einen Zuschuss zu einem Projekt zur Förderung des niederdeutschen Brauchtums durch die Aktion Mensch erhalten. Mit der Durchführung wurde das Törpiner Forum e.V. beauftragt.

Schulkindern soll Freude an niederdeutschen Volksliedern und Volkstänzen vermittelt werden. Damit wird der Nachwuchs für das regionale Kulturgut begeistert. In den 1.-4. Klassen ist der tänzerische Bewegungsdrang geeignet in der Gruppe zu tanzen und dabei traditionelles Brauchtum kennen zu lernen. Über den Volkstanz ist auch die Volksmusik zu vermitteln. Dabei kann eine erzieherische Gruppendynamik entwickelt werden, die den Zugang über Spiel und Sport für gesellschaftsdienliche Verhaltensweisen öffnet. An dem Projekt beteiligen sich bisher die Schulen in Sarow und Schönfeld. Es können weitere Schulen in dieses Projekt einbezogen werden. Interessenten melden sich bitte unter info@toerpiner-forum.de.


NDR-Info berichtet über Senioren in Törpin

18 Mai 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Am 13.06.2010 berichtet der NDR-Info um 11:05 Uhr in einer längeren Sendung über das Törpiner Forum und die Alte Schule. Die Sendung kann auch über Internetstream empfangen werden.

NDR Info – Das Feature | 13.06.2010 11:05 Uhr

Der Luxus der Leere

Es wird leerer in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem junge Leute verlassen das Land, und das scheint zu bedeuten: kein Nachwuchs in Sicht. Die meisten gehen aus wirtschaftlichen Gründen. Doch es kommen auch Einwanderer. Die größte Gruppe unter ihnen gehört zur Generation „55 plus“. Rund 50.000 ältere Menschen zog es in den vergangenen 15 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten von ihnen sind zwischen 60 und 70 Jahre alt, haben ein Berufsleben hinter sich und verfügen über eine ordentliche Rente. Viele sind fit und aktiv – und das nicht nur bei der Wassergymnastik. Sie sind Motoren oder gar Gründer von Vereinen, gehen als Vorlesepaten in Kindergärten, sind „Wunschgroßeltern“ oder wechseln auf ihre alten Tage den Beruf und werden in Mecklenburg das, was sie schon als Kind werden wollten. Die Zuwanderer genießen den Luxus der Leere, freuen sich über die Natur, über niedrige Haus- und Mietpreise und das Gefühl, hier gebraucht zu werden. Sie kommen aus dem Ruhrgebiet und aus München, aus Schleswig-Holstein und der Schweiz. Viele von ihnen haben Mecklenburg im Urlaub entdeckt, andere haben ihre Wurzeln hier und kehren zurück. Ihre zurückgelassenen Freunde und Familien sind oft entgeistert, doch die Spätumzügler machen Ernst. „Kinder“, sagen sie, „wir sind doch nicht in Sibirien, wir sind noch in Deutschland! Besucht uns doch mal!“

(Sonntag, 13. Juni, 11.05 – 12.00 Uhr, NDR Info)

In 40 Jahren über 60 Prozent Rentner

21 März 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Von Kirsten Gehrke, Nordkurier vom 20.02.2010

Demmin/Törpin. Soll der Seniorenbeirat in die Hauptsatzung des Kreises aufgenommen werden? Das soll jetzt geprüft werden. Einen entsprechenden Auftrag hat der Sozialausschuss des Kreistages am Dienstagabend der Verwaltung erteilt. Hintergrund ist das Seniorenmitwirkungsgesetz des Landes, das gegenwärtig diskutiert und voraussichtlich im Sommer verabschiedet wird. Wie Ausschussvorsitzende Friedegard Wachsmuth (Die Linke) sagte, habe der Landkreis Demmin einen Vorlauf, da sich der Törpiner Professor Helmut Pratzel intensiv mit dem demografischen Wandel beschäftigt hat. Deshalb hat der Sozialausschuss diesmal in den Räumen des Törpiner Forums, in der Alten Schule, getagt.

Helmut Pratzel, der neben seinem Vorsitz im Törpiner Forum auch Vorsitzender des Seniorenbeirates des Kreises ist, legte dar, welche Auswirkungen der demografische Wandel hat und wie wichtig es sei, dass die ältere Generation bei politischen Entscheidungen mitwirkt. Ziel sei es, so Wachsmuth, dem Beirat den kreislichen Segen zu erteilen, damit er auf der Ebene Kreistag hinein wirken könne. „Aber das ist alles Zukunftsmusik, alles im Konjunktiv zu denken“, stellte die Ausschussvorsitzende klar. Denn erst einmal müsse sich das Gremium mit dem Thema auseinandersetzen.

Auseinandergesetzt hat sich damit bereits der Törpiner Gastgeber. Er zeigte dem Ausschuss drei Probleme auf. Weltweit würden die Menschen immer älter, europaweit weniger Kinder geboren, und in der Region würden junge Menschen abwandern in wirtschaftlich begünstigte Gegenden. „Der Bevölkerungsrückgang führt zur Rückentwicklung ganzer Regionen.“ Die alternde Gesellschaft stehe vor einer besonderen Herausforderung. Älterwerden in heutiger Zeit sei völlig anders als Älterwerden in früheren Zeiten, so Pratzel. „Wer heute in Rente geht, hat noch mehr als ein Viertel seines Lebens vor sich. Wir können nicht hinterm Ofen sitzen und auf das Ende warten.“

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Landkreis Demmin war 2008 laut Pratzel 44,7 Jahre. Während innerhalb von 20 Jahren im Landkreis Demmin die Zahl der unter Zweijährigen um 46,5 Prozent zurückgehen werde, so nimmt der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten zu. Waren vor vier Jahren 21,6 Prozent Einwohner im Kreis über 65, werden es voraussichtlich 2050 etwa 62 Prozent sein. Am stärksten betroffen sei die Hansestadt Demmin. Da würden die Prognosen von künftig 72 Prozent Rentner ausgehen. Schon in fünf Jahren werde ein Drittel der Demminer älter als 65 Jahre sein, 2040 seien es fast die Hälfte. Immer mehr Frauen würden zudem kinderlos bleiben.

Wirtschaft und Politik müssten auf diesen demografischen Wandel reagieren. Denn 75-Jährige müssen nicht gleich pflegebedürftig sein. Dennoch könne es Einschränkungen geben, man sehe oder höre nicht mehr so gut, sei schlechter zu Fuß, oder die Gelenke funktionieren nicht mehr so. Da könne schon das Öffnen eines Marmeladenglases zum Problem werden oder den vakuumverpackten Käse aus der Folie zu holen. Auch Stolpersteine können zum Handicap werden. Deshalb stehe die Gesellschaft vor der Herausforderung, Barrieren auszuräumen und eine Umwelt zu schaffen, die zu Aktivitäten motiviert. Das müsse bei Planungen, Wohnungsbau, Verkehrssystemen berücksichtigt werden. Denn wichtig sei es, lange die Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern.

Dies zu erreichen, dabei kann der Seniorenbeirat mithelfen, wenn er bei Entscheidungen einbezogen werde. „Wir brauchen das Miteinander der Generationen“, sagte Pratzel. Zum einen würden die Erfahrungen der Älteren in Wirtschaft, Politik und Verwaltung gebraucht, zum anderen würden die Ideen der Jüngeren gebraucht, ihre Dynamik, ihr Schwung und ihr Drängen auf Veränderung. Zudem sei es wichtig, dass Ältere körperlich und geistig aktiv sind, die Kommunikation pflegen und nicht allein vor dem Fernseher sitzen. „Die Seniorenarbeit begann mit der Frage: Was kann die Gesellschaft für die Senioren tun? Heute müssen wir auch fragen: Was können die Senioren für die Gesellschaft tun?“ Pratzel nannte Beispiele wie „Großelterndienst“ oder Patenschaften mit Schulen.

Das Allerwichtigste in Zeiten des demografischen Wandels sei aber eine bestmögliche Bildung in den ersten Lebensjahren. „Geld muss in die Kitas fließen“, meinte Pratzel. Entscheidungen zur Familiengründung zu erleichtern und Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien politische Herausforderungen. Über Seniorenbeiräte soll unterdessen Älteren eine Rolle in einer zukunftsgerichteten Kommunalpolitik übertragen werden. Das geplante Seniorenmitwirkungsgesetz habe das Ziel, Senioren zu stärken und ihre aktive Beteiligung am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu fördern. Dem Sozialamt obliege die Geschäftsführung des Seniorenbeirates. Das sah Sozialamtsleiterin Doris Koß etwas anders. Ihre Behörde habe nicht nur mit alten Leuten zu tun. Ohne die Arbeit verschieben zu wollen, sehe sie die Demografie auch als Schulentwicklungsplanung, und es habe auch mit Regionalplanung zu tun. Deshalb sehe sie die Interessen eher beim Regionalen Planungsverband.

Roland Thoms (SPD) warnte indes vor einer Dominanz der Alten und einem Splitten der Generationen. Da könne man schnell in Konflikte kommen, wenn Stolpersteine beseitigt anstatt Mehrzweckhallen gebaut werden. Davor sollte man sich in Acht nehmen und diese Tendenz nicht stärken. Zudem sei es fatal, zu glauben, alles, was jünger sei, sei für die Gesellschaft stabilisierend, lobenswert. Diabetes und schwerste Depressionen würden bei jüngeren Leuten immer häufiger auftreten. „Was nutzen uns Typ-2-Diabetiker mit 17 Jahren und Leute, die mit Pharmatabletten stillgelegt werden?“, fragte Thoms.

Der Seniorenbeirat sei nicht nur für die Älteren von heute da, widersprach Pratzel. Sondern setze sich dafür ein, dass die Jugend so heranwächst, dass „sie für die Gesellschaft als sinnvolle Bürger dastehen“.

„Professor“ bringt Schwung ins Dorf

13 Dezember 2009 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

19. November 2009 | 00:05 Uhr | von Ralph Sommer, ddp

Seit Helmut Pratzel in Törpin wohnt, blüht der Ort auf.zvs

TÖRPIN – Im Dorf Törpin bei Demmin leben heute nur noch etwa 100 Einwohner. Vor ein paar Jahrzehnten waren es einmal mehr als 500. Da habe es hier noch zwei Friseure, zwei Metzger, einen Schmied und zwei Bäcker gegeben, erinnert sich der Tischlermeister Günter Wiesener. Der 77-Jährige ist inzwischen der letzte Handwerker im Ort. Ihm fehle das Pausengeschrei der Kinder, die einst nebenan in die Schule gingen, sagt Wiesener, der in Törpin geboren wurde. Dass in der lange Zeit leerstehenden Schule überhaupt wieder Leben einzog, sei „dem Professor“ vom Seniorenbeirat zu verdanken – gemeint ist damit Helmut Pratzel, der für seine Verdienste für den Deutschen Engagementpreis nominiert wurde.

Das Haus von Pratzel steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, gut 100 Meter entfernt. Bis 1971 war es mal der Gasthof „Augustin“. Vor neun Jahren erwarb Pratzel als pensionierte Mediziner das heruntergekommene Anwesen, baute es zum Wohnhaus um. Der angrenzende Saal wurde wieder ein Veranstaltungsraum. Pratzel gründete den Verein Törpiner Forum, ersteigerte bei der Universität Greifswald 50 Aula-Stühle und lud seine neuen Nachbarn ein. Inzwischen trifft man sich regelmäßig. Montags kommt der Singekreis, freitags wird getanzt. Pratzel organisiert Vorträge, Kinderveranstaltungen und Weihnachtsfeiern.

„Ich wollte das alte Zusammengehörigkeitsgefühl wieder erwecken“, sagt der 74-jährige Pratzel, der 1961 nach Repressionen nach Westberlin geflohen war, in München promovierte und gleich nach der Wende wieder in den Osten zurückkehrte, um zu helfen. Pratzel kaufte für 6000 Euro die alte Schule. Mit Fördergeldern und der Hilfe von Ein-Euro-Kräften wurden die vom Hausschwamm befallenen Klassenzimmer wieder instand gesetzt. Es entstand ein dörfliches Kommunikationszentrum mit einer Bibliothek, Internetraum, einer Küche und einer Wohnung, deren Mieteinnahmen der rührige Pensionär wieder in den Betrieb investiert. Pratzel organisierte Computerkurse, Spielenachmittage und Seniorentreffs.

Ständig hat er neue Ideen. Im Internet sammelte Pratzel alte Heimatlieder und machte daraus ein Liederbuch für den Törpiner Singekreis. In der Schule richtete er ein kleines Bürgerbüro ein, in dem kostenlose Gesundheitschecks zu bekommen sind, Kopier- und Faxaufträge übernommen werden und auch mal Briefmarken gekauft werden können. Mit Jugendlichen entrümpelte er den alten Dorfteich, baute einen Badesteg und organisierte Frühlingsfeste. Und er nutzte seine Kontakte zu Wissenschaftlern, die er zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Vorträgen nach Törpin einlud.

Inzwischen engagieren sich nicht nur die Törpiner, sondern auch Bewohner der Nachbardörfer als freiwillige Helfer im Forum. Die ganze Region, vor allem aber die ältere Generation, profitiere von dem ehrenamtlichen Engagement des 74-Jährigen, sagt die Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Mecklenburg-Vorpommern, Brigitte Paetow. Pratzel, der inzwischen ein Privatvermögen von etwa 150 000 Euro in die gemeinnützigen Projekte investierte, will nun auch Seniorenbeiräte in Städten wie Altentreptow, Demmin und Malchin gründen und ein Netzwerk zur Bewältigung des demografischen Wandels schaffen.